Die Vitamine der K Gruppe zählen zu den fettlöslichen Vitaminen und lassen sich grob in drei Gruppen einteilen. Das als Vitamin K 1 bezeichnete Phyllochinon wird von Pflanzen gebildet und kommt vor allem in grünen Gemüsen vor. Vitamin K 2 wird von Bakterien im Dickdarm gebildet und findet sich daher in fermentierten Lebensmitteln und in hoher Konzentration im Tierkot. Vitamin K 3 besitzt selbst keine Vitaminwirkung, sondern es ist eine künstlich hergestellte Substanz, die erst im Organismus in eine aktive Form umgewandelt werden muss. Für Vitamin K 3 oder Menadion sind im Gegensatz zu den anderen Verbindungen unerwünschte Wirkungen beschrieben und es wird zumindest in der Humanmedizin nicht mehr verwendet. Vitamin K 1 ist praktisch untoxisch, auch hohe Dosierungen werden problemlos vertragen. Die Bezeichnung „Vitamin K“ beschreibt eine Gruppe von Quinonen, die charakteristischerweise antihämorrhagische Eigenschaften besitzt.
Vitamin K1 (Phyllochinon)
Wie der Name erwarten lässt, kommt Phyllochinon in Pflanzen, insbesondere in grünen Pflanzenteilen, in relativ hohen Konzentrationen vor. Es stellt ein visköses Öl dar, welches unter dem Einfluss von Licht, Sauerstoff sowie Säuren oder Laugen instabil ist. Außer in grünen Blättern ist Vitamin K1 auch in Pflanzenölen und in geringen Mengen in Rüben, Getreide sowie in Fleisch und Milch enthalten. Vitamin K1 Phyllochinon wird durch einen energieabhängigen, aktiven Prozess im Dünndarm absorbiert, und anschließend hauptsächlich über das lymphatische System transportiert.
Stoffwechsel und Verwertung von Vitamin K.
Die Absorption von Vitamin K findet hauptsächlich im oberen Dünndarm statt, wo 10 bis 70% absorbiert werden und nach unveränderter Passage über das Lymphsystem ihren Weg ins Blut finden. Dort wird das Vitamin an ß-Lipoproteine gebunden und zur Leber und zu anderen Geweben (v. a. Haut und Muskulatur) transportiert, wo es in Form von Vitamin K1 und Vitamin K2 gespeichert wird. Zur Absorption ist die Anwesenheit von Gallensalzen und Pankreassaft für die Bildung der Mizellen notwendig.
Bedarfswerte für Geflügel und Ziervögel.
Der Bedarf eines Tieres an Vitamin K1 hängt von einer Vielzahl äußerer Einflüsse ab. Besonders Stresssituationen oder die Behandlung mit Antibiotika, Sulfonamiden oder Antikokkzidia bringen einen erhöhten Bedarf mit sich, da es hierbei zu einer Hemmung der intestinalen Flora und damit zu einer verminderten Synthese von Vitamin K2 kommt. Darüber hinaus beeinflussen diese Medikamente die Absorption und den Transport ins Blut sowie die Aufnahme in die Gewebe nachteilig. Unphysiologisch hohe Supplementierungen des Futters mit Vitamin A Retinol (220 000 IE/kg uS) erhöhen den Bedarf ebenfalls .
Bezüglich Vitamin K1 wird für das Nutzgeflügel ein Gehalt von 0,5 mg Vitamin K1/pro Kg Alleinfutter empfohlen. (NELSON und NORRIS 1960).
Vitamin K-Mangel bei Tieren.
Neben einer unzureichenden Versorgung über das Futter - vor allem bei Vögel, die haltungsbedingt keinen Kontakt zu ihren Faeces haben und denen somit die Möglichkeit zur Aufnahme von mikrobiell gebildetem Vitamin K2 über den Kot bzw. die Einstreu fehlt (HOPPE 1987) - gibt es eine Vielzahl an Ursachen für eine Vitamin K-Mangelsituation. Auch Mykotoxine können einen sekundären Vitamin K Mangel verursachen. Bei ungenügender Versorgung mit Vitamin K treten Hämorrhagien auf, die bei Hühnern und Vögel in den Lungen und am Darm beobachtet werden können (RYNCA 1984). Als Symptome einer Gerinnungsstörung sind eine verlängerte Prothrombinzeit oder eine verlängerte Blutungszeit möglich, die Folgen davon können Hämaturie bzw. Anämie sein. Grundsätzlich soll das Geflügel eher als andere Tierarten dazu neigen, Mangelsymptome zu entwickeln. Unter normalen Haltungs- und Fütterungsbedingungen scheinen Vögel jedoch autark, das heißt nicht auf eine exogene Zufuhr von Vitamin K3 angewiesen zu sein. Annahme bestätigt sich durch die Praxis, da im Futter anerkannter Futtermittelhersteller keinerlei Zusatz von Vitamin K enthalten ist
Toxizität von Vitamin K.
Die potentielle Toxizität von Vitamin K-Verbindungen wird in der Literatur seit Jahrzehnten kontrovers diskutiert. Mitunter wird auch trotz nachgewiesener Schäden durch Applikation von Vitamin K-Verbindungen in zum Teil exzessiven Dosen das Risiko für die Gesundheit als gering eingestuft. Vitamin K1 Phyllochinon gilt bei jeglicher Form der Applikation - selbst in massiven Dosen – als nicht toxisch (NATIONAL RESEARCH COUNCIL 1987, FRIEDRICH 1987, ENSMINGER et al. 1995, BAYER und SCHMIDT 1991). Auch in Tierversuchen konnte kein gesundheitsschädlicher Effekt nachgewiesen werden. Bei Fütterung von Vitamin K1 bzw. MNB an Seelachse stellte sich die Mortalitätsrate bei den Fischen, die mit Vitamin K1 supplementiertes Futter erhielten, als signifikant niedriger dar (GRISDALE-HELLAND et al. 1991).
Zu bekommen als: 1,5% flüssig oder 1,6% pulver.